Abenab - Kolmanskuppe ohne Sand
Die Mine
28km nordwestlich von Grootfontein gibt es ein tiefes Loch. Das zweittiefste von Menschenhand gegrabene.
Das seltene silbergraue Mineral, das hauptsächlich zur Herstellung von Stahllegierungen für Hochgeschwindigkeitswerkzeuge verwendet wurde, wurde aufgrund seiner schimmernden Farben nach „Vanadis“, der skandinavischen Göttin der Schönheit und Fruchtbarkeit, benannt.
Vanadium ist ein stahlgraues, korrosionsbeständiges Übergangsmetall, das als Legierungszusatz Stahl härter und widerstandsfähiger macht, besonders für Werkzeuge und Luftfahrt. Es ist ein essentielles Spurenelement und kommt in der Natur nicht rein, sondern in Erzen wie Vanadinit vor.
Interessanterweise fand Vanadium Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in großem Umfang Verwendung im Stahlchassis des Ford Modell T „Thin Lizzy“
Bereits um 1850 hatten frühe Händler wie Anderson und Galton Kenntnis vom Mineralienreichtum in Abenab, man wusste bereits von Blei und Zinn.
Die Mine wurde von 1923 bis 1958 von der in London ansässigen „South West Africa Company Ltd.“ als Tagebau und Untertagebau betrieben und verfügte über ein Vorkommen an hochgradigem Vanadiumerz, das durch Sprengung und manuelle Sortierung gewonnen wurde. 1923 förderte die Mine bis zu 2000 Tonnen pro Jahr.
Das Kraftwerk wurde vor der Dieselära mit Holz betrieben. Zwischen Grootfontein und Tsumeb fällte man Tausende von Bäumen, hauptsächlich Tamboti-Bäume. Einer der ersten Bewohner beschrieb seine Fahrt nach Tsumeb als eine Fahrt durch einen Wald. Heute stehen dort nur noch sehr wenige Bäume.
Der Betrieb funktionierte wie eine kleine Stadt mit eigener Post, Geschwindigkeitsbegrenzung auf Straßen, Schwimmbad, Cricket Club, Schule und Clubhaus.
Die Mine wurde 1958 geschlossen, da Vanadium in leichter abbaubaren Vorkommen auf der Welt entdeckt wurde. Der Erzgang wurde bis in eine Tiefe von etwa 215 m abgebaut, bis sinkende Erzgehalte und Grundwasserzufluss den weiteren Abbau unwirtschaftlich machten. Die Gesamtproduktion betrug
- Abenab (Produktion: 102.000 Tonnen Konzentrat mit 18 % V₂O₅, 13 % Zn, 42 % Pb)
- Abenab West (Produktion: 74.000 Tonnen Konzentrat mit 13 % V₂O₅, 72 % Pb)
Übrig blieb ein Loch 100 Meter tief und 200 Meter breit.
Der Großteil der Maschinen wurde in eine neue Mine mit ähnlicher Mineralienzusammensetzung namens „Berg Aukas“ außerhalb von Grootfontein verlegt.
Der Abenteuerspielplatz
Übrig blieb auch ein riesiger Abenteuerspielplatz. Viele der ungenutzten Häuser für 1.000 Schwarze und 300 Europäische Angestellte zerfielen langsam und bilden jetzt ein Photographenparadies eines „Lost Places“- Freilichtmuseums. Statt einer Wanderdüne durch den Ort wie bei Kolmanskuppe, holt sich jetzt die belebte Natur den Ort zurück.
Man kann mit einer 120 Meter langen ZIP-Line über den Abgrund zischen. Oder abenteuerlich hinabklettern, um in die alten Stollen tiefer in den Stein vorzudringen.
Man kann Angeln und sich in der Grube selber lekkere Tilapia Barsche fangen.
Abenab Lodge
Ein Beispiel für erfolgreichen Strukturwandel ist die Abenab Lodge.
Heute sind 13 der alten Häuser modernisiert und mit Klimaanlagen versehen. Es gibt einen Swimming Pool mit Bar und einen Wellnessbereich mit Sauna und Massagen.
Ein Steingarten ist aus Bohrkernen von neueren Diamantbohrungen mit einer Gesamtlänge von 2.597 m ausgelegt. Alte Autos stehen herum. Ein MUSS für jede Namibia Lodge.
Abenab in der Buschmannsprache heißt übersetzt „Kletternder Fluss“
Preise 2026 und 2027
- Zimmer mit Abendessen und Frühstück 75 Euro pro Person
- Einzelzimmer mit Abendessen und Frühstück 83 Euro pro Person
- Größeres Zimmer mit Abendessen und Frühstück 83 Euro pro Person
- Kinderpreise: jünger als 6 Jahre frei, 06-11 Jahre 50%, ab 12 Jahre Erwachsenenpreis.
- Camping 35 Euro pro Person
Aktivitäten
- Schluchtenschwingen ab 12 Jahre: 350 N$
- Minenblick Rundgang: 150 N$
- Tunneleinstieg mit Helm: 250 N$
- Angeltrip: 300 N$
- Wellness Bereich: 750 N$ für 1 ½ Stunden
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